Gewaltfreie Kommunikation – Eine Utopie?
17. August 2011
In meinem Posteingang fand ich letztens eine Ankündigung für ein Seminar über die Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation.
Nun, der regelmäßige Leser wird ahnen, dass ich weder ein Anhänger des Idealismus bin, noch mit einem (semi-)esoterischen „Licht und Liebe“ etwas anfangen kann. Ich bin ein standhafter Anhänger des modernen Irrationalismus und die Verklärung der Verhältnisse bestätigt mich hier jeden Tag aufs Neue. Vermutlich tue ich dem Absender damit Unrecht, aber vor meinem geistigen Auge sah ich schon ausgiebiges Gruppenkuscheln, Räucherkerzen, meditative Musik … und alle haben sich lieb. Ein völlig abstruser Gedanke, der mir kalte Schauer über den Rücken laufen lässt.
Klar ist mir, dass dies jetzt keine „gewaltfreie“ Einleitung gewesen ist.
Aggressionen und andere Ausraster
11. August 2011
Der Entwurf für diesen Artikel liegt schon seit dem 22.12.2008 herum, und nun denke ich, dass es langsam an der Zeit ist, ihn zu vollenden.
Wie kommt es eigentlich zu Ausbrüchen von Aggressionen, wie wir sie aktuell und immer wieder in unserer Gesellschaft erleben? Bei solch manchmal irrational anmutenden Ereignissen tendieren wir sehr schnell dazu dem- oder denjenigen eine psychische Labilität oder eine anderweitig krankhafte Ader zuzusprechen. Wie kann es aber dazu kommen, das scheinbar völlig normale und unscheinbare Menschen, die inmitten der Gesellschaft agieren auf einen Schlag derartig aus der Masse heraustreten (müssen)? Der Statistiker in mir denkt zwar, dass ein gewisses Quantum an Entgleisungen in jeder Menge vorkommt und somit ganz natürlich ist, aber dennoch muss es Ziel einer Gesellschaft sein solche Entgleisungen, oder die Gefahr von Tendenzen die zu einer Entgleisung führen können, zu minimieren.
Systembedingte Verlierer
18. Februar 2011
In Bezug auf den gestrigen Artikel: „Das Leben einfach mal entschleunigen“ möchte ich nun ein paar Gedanken zusammentragen, warum es überhaupt systembedingte Verlierer geben muss und warum wir uns so schwer tun damit umzugehen.
In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat von Karl Marx ein: „Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden.” Analog dazu könnte man formulieren: Systembedingte Verlierer werde nicht geboren, sondern aus der Tradition heraus dazu gemacht.
Gewalt als ein Grundprinzip menschlichen Handelns
8. Juli 2010
Zum besseren Verständnis muss ich wohl erst einmal dem Wort Gewalt den Schrecken nehmen, den es im allgemeinen Sprachgebrauch und Verständnis hat. Gewöhnlicherweise sehen wir in Gewalt ein destruktives, oder schädigendes Handeln. So sehen wir darunter physische, oder psychische Gewalt, aber auch Gewalt gegen Gegenstände. Ich würde diesen Begriff aber noch darauf ausweiten, dass jegliche Durchsetzung des eigenen Willens auch gegen ein Widerstreben eine Ausübung von Gewalt ist. Wer hierin jetzt Max Webers Definition von Macht wiedererkennt liegt vollkommen richtig, jedoch stellt sich in der Tat an sich nicht die Frage nach der Legitimation. Letztlich geht es aber schon um die Ausübung von Macht und Herrschaft.
Die Radikalisierung der Gesellschaft I
19. Mai 2009
Nachdem heute nun der Verfassungsschutzbericht 2008 veröffentlicht wurde, welcher einem Anstieg rechtsradikaler Gewalttaten von 16% für das Jahr 2008 verzeichnete, stellt sich mir unabhängig von berechtigter oder auch unberechtigter Kritik gegenüber diesem Zahlenwerk die Frage, was eigentlich die Ursachen für die zunehmende Bereitschaft für die Ausübung von Gewalt in unserer Gesellschaft sind.
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