Irgendwie stelle ich, auch bei mir selbst, mit Erschrecken fest, dass uns der Gebrauch unserer Muttersprache immer schwieriger fällt. Mit der Leichtfertigkeit und Undifferenziertheit unserer Worte öffnen wir der Fehlinterpretation und dem Missverstehen unserer Worte Tür und Tor. Aus diesem Grunde werde ich auch weiterhin fleißig in dieses „Tagebuch“ schreiben, weil es für mich eine sinnvolle Übung im Umgang mit meiner Muttersprache ist.

Doch wo liegen die Gründe, oder wer hat Schuld an der Verarmung unserer Sprache? Zum einen, so denke ich, liegt es an mangelnder Übung. In unserer modernen, ach so hochtechnisierten Zeit, sind wir gezwungen uns so kurz wie möglich auszudrücken, und das geschieht am einfachsten und schnellsten mit der Simplifizierung der Worte und des Satzbaus. Eine Steigerung dessen ist sicherlich der Abkürzungswahn und der fast schon überhand nehmende Gebrauch von Anglizismen. Das schlimme an der Sache ist, das es ja fast schon gefordert ist, weil es sich doch ach so wichtig und klug anhört.

In der Politik, und auch in der Wirtschaft wird dieses Konzept der „Kompetenzdemonstration“ angewendet, frei nach dem Motto: „klug genug reden ohne etwas genaues zu wissen.“ Zugegebenermaßen, es gibt auch Ausnahmen. Und so schwindet langsam aber sicher unser Wortschatz, die Vielfältigkeit unserer Sprache dahin. Wenn es soweit kommt, das man auf Mimik und Gestik angewiesen ist, um die Worte seines Gegenübers richtig zu verstehen, dann wissen wir das unsere Sprache dem Untergang geweiht ist.

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