Das Leben geht schon manchmal seltsame Wege. Entschuldigen hat ja etwas mit dem Eingestehen von Schuld zu tun, aber ich wage mal zu behaupten, das man wenn eine Situation richtig eskaliert, niemand wirklich ohne Schuld ist.

Es ist, wie so oft im Leben, ein Spiel von Aktion und Reaktion. In diesem Moment trifft man durch sein Handeln für sich intuitiv die richtige Entscheidung. Die Frage ist lediglich, wie ich nachher mit dem Ergebnis umgehe. Nun, dieser Mensch hat sich bei mir Entschuldigt, doch irgendwie habe ich nicht das Gefühl, das er sich entschuldigen müsste. Es ist gut so, wie es gelaufen ist. Was ich mich allerdings frage: warum und wie wichtig es diesem Menschen ist/war sich bei mir zu entschuldigen? Wie weit hat er das Erlebte verarbeitet, welche Schlüsse hat er daraus gezogen, oder welche Erkenntnisse hat er für sich daraus gewonnen? Aber auch für mich stellt sich die Frage, und ob ich mich für mein damaliges Handeln entschuldigen muss? Wenn ich jetzt nach einem dreiviertel Jahr die Dinge einfach mal Revue passieren lasse, war es gut so wie es gelaufen ist. Ich habe aus dieser Zeit eine Menge über mich gelernt. Im Nachhinein denke ich gerne an diese Zeit und auch diesen Menschen zurück, spielt(e) er doch eine wichtige rolle in meinem Leben. Durch die Verarbeitung der „emotionalen Eskalation“ wandelte sich die Verletztheit und Wut in ein Verstehen der gesamten damaligen Situation. Gerade an solchen Situationen kann man wachsen, je nachdem aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet. Es ist wohl abhängig von seiner Einstellung zum Leben, und ob ich bereit bin solch Dinge für mich aufzuarbeiten, denn nichts geschieht aus reinem Zufall.

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