Tja, „Wie geht es dir?“, eine Frage, die einem oft gestellt wird und die wir oft genug selbst jemandem stellen.

Wie wichtig einem persönlich die Antwort auf diese Frage ist hängt, sicher auch davon ab, in welcher Beziehung man zu dem Fragenden, oder dem Befragten steht. Zugegeben, meist antworte ich mit einem „gut“, was mir dann hoffentlich auch weitere Nachfragen erspart, oder aber mit einem spaßigen „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“, worauf vielleicht lediglich ein amüsanter Kommentar folgen wird, aber keine ernsthafte Nachfrage. Warum aber ist mir diese Frage so unangenehm? Die Antwort ist verblüffend einfach: Ich weiß nicht, wie es mir geht! Ich bin, reicht das nicht? Ich habe ja alles zum Überleben notwendige. Erstaunlich mit wie wenig man doch zufrieden sein kann.

Vielleicht nicht 100 %ig zufrieden, aber solange die Erkenntnis der eigenen Existenz noch existiert, weiß ich aber auch, dass ich noch nicht tot bin. Interessiert es überhaupt noch jemanden? Diese Frage gehört doch mit zu den üblichen Höflichkeitsfloskeln, und ist doch in den seltensten Fällen mit einem wirklich persönlichen Interesse an dem Wohlbefinden des Gegenüber verbunden.

Es ist schlichtweg im normalen Umgang mit anderen Menschen ritualisiert worden. Da man ja ein höflicher und umgänglicher Mensch ist, der nicht aus der Rolle fällt, passt man sich den üblichen Ritualen an und verzichtet dafür auf einen Teil seiner Individualität.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.