Endlich habe ich es jetzt einmal geschafft die Druiden in ihrem neuen Ordenshaus zu besuchen. Die Einladung zum Lammas, Lughnasadh oder ganz profan Erntedankfest war eine willkommene Gelegenheit mal ein verlängertes Wochenende mit meinem Sohn zu verbringen.

Es waren lustige und auch aufregende Tage. Am Donnerstag um die Mittagszeit ging es los, bei strahlendem Sonnenschein und brüllender Hitze mit einer vagen Wegbeschreibung 400km in Richtung Rheinland Pfalz, weit ab von der zivilisierten Welt (zumindest wenn man aus dem Ruhrgebiet kommt). Zumindest hatte ich für mich den Eindruck etwas dunkles und bedrohliches hinter mir zu lassen. Schlagartig kamen mir wieder diese klischeehaften Bilder des grauen und verdreckten Ruhrgebiets in den Kopf und dort um mich herum nur eine sehr dünn besiedelte, freundlichen Landschaft mit Hügeln und Tälern, Ruhe und Frieden. Nach einigem hin und her haben wir es dennoch gefunden.

Nach einer überaus herzlichen Begrüßung wurden wir vom Merlynn des Ordens durch das Anwesen geführt. Gut, das Anwesen muss eher saniert denn renoviert werden, aber es ist ein sehr charakterstarkes Gemäuer und irgendwie auch so richtig gemütlich, aber auch geheimnisvoll.

Die verbleibenden Tage vor dem Fest wurden dann auch ausgiebig für Renovierungsarbeiten genutzt, bei denen wir auch tatkräftige Unterstützung leisteten, wobei mein Sohn bis dahin ungeahnte Fertigkeiten an den Tag legte. Es ist nicht so, das man uns dazu aufgefordert hätte, aber irgendwie war es wie selbstverständlich weil sich doch recht schnell ein gewisses WIR Gefühl entwickelte.

Besonders zu erwähnen wäre hier noch Kattu, eine kleine zierliche Person, die mit einer derartigen Inbrunst den Brotteig auf die Tischplatte schleuderte, das einem schon Angst und Bange wurde. Gut, sie ist nun mal Physiotherapeutin und das Brot war wirklich lecker. Alles Quatsch, eine unheimlich nette Frau, mit der wir viel Spaß und auch einige seltsame Erlebnisse hatten. Ach ja und ihr verdanken wir die Erkenntnis, das Männer nichts substanzielles einkaufen, aber was soll schon dabei herauskommen wenn sie 2 hungrige Männers zum Einkaufen mit nimmt. Es war ein riesen Spaß, und ich bin der Meinung bei der nächsten Gelegenheit sollten wir wieder mal mit ihr Einkaufen gehen, aber wieder mit leerem Magen versteht sich.

Viele Ordensmitglieder waren ja nicht bei den Feierlichkeiten anwesend, aber es war dennoch, oder gerade deshalb eine richtig gemütliche Runde, sehr friedvoll und so richtig zum Wohlfühlen. Die Bewohner des Dorfes waren auch zu diesem Fest eingeladen, und erstaunlicherweise sind einige auch tatsächlich erschienen. Die aufgetischten Mengen an Nahrungsmitteln und Getränken war beachtlich, und ich habe nicht wirklich verstanden warum sie dauernd Angst hatten uns beide nicht satt zu bekommen.

Die eigentliche Feier begann allerdings erst, nachdem die Dorfbewohner sich verabschiedet hatten, mit dem Entzünden eines Feuers. Mehr möchte ich zu diesem Abend eigentlich nicht schreiben, diejenigen die anwesend waren wissen es, und wen es interessiert, der möge mal an solch einem Ereignis teilnehmen.

Es gibt noch so viele Dinge, die noch erwähnenswert wären, wie der Besuch bei den Mammutbäumen, eine sehr eindrucksvolle Szene, oder meine Tauschgeschäfte mit dem Merlynn.

Ich muss sagen, ich bin am Montag mit schwerem Herzen wieder nach Hause gefahren, wobei mein Auto wohl der gleichen Ansicht war, denn gut 1 1/2 Stunden sind wir um Landstuhl herumgekurvt und ich habe die richtige Autobahnabfahrt entweder nicht gefunden, oder eben verpasst.

Es waren schöne Tage voll gespickt mit gemeinsamer Arbeit, ernsthaften und auch spaßigen Diskussionen, und so einigen recht seltsamen Ereignissen. Es war aber auch genügend Zeit mal wieder mit meinem Sohn die Klinge zu kreuzen, wobei er dort mittlerweile erstaunliche Fähigkeiten entwickelt, und eine sehr gute Figur dabei macht. Ich denke mir das es nun an der Zeit ist, das er sein eigenes Schwert bekommt. Ich hatte ebenso die Gelegenheit mich mal etwas intensiver im Gebrauch von Pfeil und Bogen zu üben.

Freunde haben wir gewonnen, und es wird sicher nicht unser letzter Besuch bei den Druiden gewesen sein. So etwas zusammen mit meinem Sohn zu erleben war eine sehr gute Sache, wobei ich zunächst allerdings meine Zweifel hatte, ob es ihm wirklich gefallen würde. Sicherlich liegt es auch daran, das er auch in der Gruppe wie ein Erwachsener ernst genommen wurde, aber nicht unbedingt wie ein solcher behandelt. Ich habe an diesem Wochenende viel gelernt. Gerade der Merlynn hatte es wirklich verstanden mit ihm auf einer Augenhöhe zu interagieren, so das er sich ebenbürtig aber nicht überfordert oder gezwungen fühlte. Eine wichtige Lektion, wie ich feststellen musste.

Ich wäre gerne länger geblieben.

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