Die Preisspirale klettert unaufhörlich … wann wird Leben zu einem Luxusgut, was sich nur noch wenige Erlesene leisten können?

Demgegenüber stehen ständige neue Gewinnrekordmeldungen weniger großer Konzerne, während ein immer größerer Teil der Gesellschaft langsam, aber sicher in die Armut abrutscht, weil die aktuellen Lohnzuwächse die Inflationsraten schon seit Jahren nicht mehr ausgleichen können.

Vehement weigert man sich einen Mindestlohn festzulegen, weil dieser schließlich die Wirtschaft schädigen und viele Arbeitsplätze kosten würde. Es wäre ja auch ein Unding, wenn ein Arbeitnehmer mit einer Vollzeitbeschäftigung so viel verdienen würde, das er seinen Lebensunterhalt alleine bestreiten könnte.

Wer muss die Zeche letztendlich bezahlen? All diejenigen, welche hier Steuern zahlen und ihre Beiträge für unser Sozialsystem leisten, und das sind primär nicht die Besser-verdienenden, sondern diejenigen mit kleinen und mittleren Einkommen.

Gerne wird als Argument angeführt, man dürfe die Leistungsträger der Gesellschaft nicht verärgern und nicht zu sehr belasten, weil sie sonst lukrativere Jobs im Ausland annehmen würden.

Das bringt mich auf die Frage, wer sind diese Leistungsträger eigentlich?

Leistung erbringt jeder Arbeitnehmer gemäß seinem Ausbildungsstand und seiner Aufgabe innerhalb der Gesellschaft.

Wie definiere ich hier Leistungsträger?

Ist die Leistung einer Krankenpflegerin, einem Arbeiter in einem Kraftwerk etwa weniger Wert, als die Arbeit eines Vorstandsvorsitzenden?

Ok, es gehört schon ein großes Können dazu, wenn der Chef eines Großkonzerns mal eben ein paar Milliarden in den Sand setzt, die dann durch Personalkürzungen und das allseits beliebte Outsourcing kompensiert werden müssen … weil die Wertminderung zu sehr auf den Ertrag der Investoren geht.

Welche Vorbildfunktion haben solche Leistungsträger wenn sie ihr Rechtsbewusstsein ablegen und eben diese durch Korruption, oder andere persönliche Vorteilnahmen wie z.B. Steuerhinterziehung auffallen? Ebenso ist es eine Vorbildfunktion, das unser Rechtssystem hier scheinbar mir zweierlei Maß misst. Die Strafen, welche verhängt werden sind so marginal, das sie munter dazu anregen in gleicher Art und Weise weiter zu verfahren. Die Politik reagiert zwar stets mit einem Aufschrei, wenn solche Vorteilnahmen aufgedeckt werden, und immer werden drastische Strafen gefordert, aber letztendlich besinnt man sich darauf, das man diese Leistungsträger doch besser mit Samthandschuhen anfassen sollte … Eigentum verpflichtet, so hieß es einst einmal, aber es verpflichtet lediglich dazu sich überproportional zu vermehren. Das erinnert mich an die weisen Worte:

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fisch gefangen, der letzte Fluss vergiftet, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.

Ich frage mich ernsthaft, in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben, und inwieweit dieses Prinzip überhaupt noch mittelbar überlebensfähig ist? Ohne Frage sind wir just in diesem Moment dabei uns mit voller Wucht gegen die Wand zu fahren.

Sollte man jetzt einmal spekulieren wie hoch die Verlustquote dabei wohl sein wird? Hunderte … Tausende … Millionen ? Welche Zahl an Opfern ist akzeptabel? Denn ohne Frage, wenn wir weiter wie bisher verfahren, werden in absehbarer Zeit die staatlichen Mittel nicht mehr ausreichen der Vielzahl an Arbeitslosen und Genringverdienern ein Überleben und die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten.

Was wäre dann eine mögliche Konsequenz? Unruhen … bürgerkriegsähnliche Zustände … Anarchie? Wie leidensfähig sind die Menschen in diesem Land ? Wann ist der Punkt erreicht, das ein charismatischer Populist auf den Plan tritt der den Menschen ein Feindbild präsentiert, und dann ein wütender Mob vorstürmt um seinen aufgestauten Frust zu entladen? Damit hat das deutsche Volk ja schon Erfahrung!

Ein kleiner Literaturtipp: Karl Marx – Das Kapital Da steht bereits alles drin, und Nein, er war kein Hellseher nur ein guter Analytiker, der die logischen Konsequenzen gesehen und die Grundprinzipien erkannt hat, weil nun einmal alles in zyklischen Bahnen verläuft.

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