Es ist wohl keine Frage, das sich innerhalb der nächsten 10 Jahre unsere gesellschaftlichen und sozialen Strukturen radikal wandeln werden müssen.

Was wir brauchen sind neue  soziokulturelle Geschäftsmodelle, welche nicht auf einem maximalen Gewinn des Einzelnen, sondern auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind. Generell ist dazu ein neues Sozialverständnis von Nöten, weil hier nicht mehr der Einzelne als Maßstab zählen kann, sondern immer eine gesamte Gruppe mit ihren Abhängigkeiten untereinander erkannt und gesehen werden muss.

In den letzten Jahrzehnten ist unsere Gesellschaft immer wieder bemüht gewesen die nachfolgende Generation als Einzelkämpfer auszubilden, dessen höchstes Ziel der eigene Erfolg ist. Dieser Mechanismus kann aber auf Dauer nicht funktionieren, weil hier die Abhängigkeiten von anderen Personen- und Funktions-(Gruppen) schlichtweg  übersehen oder vergessen werden. Diese Abhängigkeiten oder etwas freundlicher ausgedrückt Funktionskreisläufe zu erkennen wird für viele ein schmerzlicher und  lang andauernder Prozess sein. Die Frage ist nur, wie viel Zeit und wirklich noch zum Umdenken bleibt.

Als Beispiel nehmen wir einmal einen Chirurgen, der Erfolg seiner Arbeit ist zweifelsohne auch von dem Pflegepersonal und anderen eher im Hintergrund arbeitenden abhängig. Damit verbunden sind auch neue Maßstäbe wie ich den Wert an sich definiere. Völlig neue Orientierungspunkte sind notwendig. Auch hier einmal ein Beispiel: Nehmen wir einmal eine einfache Holzkiste. Eine wird von einem Schreiner zusammengebaut, eine andere von einem „Kaufmann“ ohne besonderem handwerklichem Geschick und Ausbildung. Das der Kaufmann bis zur Fertigstellung vielleicht einen längeren Zeitrahmen benötigt, und diese womöglich auch nicht so perfekt aussieht, als die von einem Fachmann hergestellte Kiste stellt sich nun die Frage, welche Kiste mehr Wert ist! Ein vergleichbares Ergebnis von einem Laien wird rein gefühlsmäßig meist höher angesetzt, als Ergebnis des Profis. Aber auch andere Denkweisen wären vorstellbar. Wie viel Wert ist diese Kiste in diesem Moment für mich? Habe ich Bedarf? Dann sieht das mit der Beurteilung des Wertes schon wieder ganz anders aus. Auf der anderen Seite wie schätzt der Schöpfer dieses Werkstückes den Wert seines Produktes ein? Durchaus keine einfach zu lösende Frage, aber ein Punkt den man im Zusammenhang mit sozialen Gesellschafts- und Geschäftsstrukturen einmal näher betrachten sollte.

Übrigens, solche Modelle müssen auch zwangsläufig nicht unbedingt auf  „Geld“ als Währung zurückgreifen. Was im Kleinen funktioniert sind die fast schon archaisch anmutenden Tauschgeschäfte, wie sie im Bereich des Reenactment Gang und Gebe sind.

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