Eine der bedenklichsten Entwicklungen unserer Zeit ist meiner Ansicht nach die Patentierung von Nutzpflanzen.

Sicherlich, die Interessen eines Konzerns der viel Zeit und Geld investiert, um ein verkehrs- und verkaufs-fähiges Produkt auf den Markt zu bringen müssen wohl gewahrt werden, damit weitere Entwicklungen überhaupt erst möglich und finanzierbar sind.

Was dabei in der Regel zustande kommt, bzw. zustande kommen sollte ist ein 1 zu 1 Verhältnis zwischen Anbieter und Käufer. Der Anbieter hat, und das ist jetzt der Knackpunkt aber auch für den Schutz seines Produktes zu sorgen. War es in der Vergangenheit scheinbar kein Problem hybrides Saatgut auf den Markt zu bringen, was unter anderem auch den Vorteil hatte, das verändertes Erbgut nicht in den natürlichen Kreislauf Einzug hält, so konzentrieren die großen Saatgutkonzerne sich heute eher auf eine Partisanentaktik und bauen auf die unerwünschte und stille Verbreitung ihrer Patente um diese Geldquelle sprudeln zu lassen, auch ohne das ein Anbieter – Verkäufer Verhältnis zustande kommt.

Ein Verfahren, das in dieser Art und Weise nicht zu dulden ist, denn der Einzelne hat keinen Einfluss mehr darauf, ob er sich nicht doch zufällig ein patentiertes, erbgutverändertes Saatgut einhandelt. Die Bauern hingegen werden konsequent aufgrund von Patentverletzungen verklagt. Viele steigen schon aus Angst vor solchen Verfahren auf das Saatgut des Konzerns um, weil dies unweigerlich deren Existenz bedrohen würde. Zudem ist es sehr fraglich, ob es sinnvoll ist vermehrungsfähiges und erbgutverändertes Saatgut in den natürlichen Kreislauf einzubringen, zumal Langzeitfolgen nicht kalkulierbar sind. Wer haftet denn eigentlich für Schäden, oder wie kann man sie zweifelsfrei nachweisen?

Für mich sind das zu viele ungeklärte Fragen. Die vermeintliche Fürsorge, gerade Dritte-Welt Länder mit ertragreicheren Sorten zu versorgen, ist zunächst einmal gesehen ein barmherziger Akt. Wenn ich allerdings bedenke, das diese Saaten in der Lage sind sich zu vermehren, ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis große Flächen mit dem veränderten Genmaterial „infiziert“ sind. Das ist dann der Punkt, an dem die Konzerne Kasse machen können.

So werden Abhängigkeiten und monopolistische Strukturen aufgebaut. Der Betroffene hat nicht einmal die Chance frei zu wählen, welches Saatgut er nimmt, wenn sich erst einmal diese patentierte Erbgut in der freien Natur etabliert hat. Solchen monopolistischen Strukturen muss Einhalt geboten werden, denn wer vermehrungsfähiges Saatgut in Umlauf bringt, handelt fahrlässig und hat meines Erachtens nach keinen Anspruch bei einer unkontrollierten Verbreitung.

Die Spitze wäre natürlich, wenn sich ein Konzern die Gensequenz für „blaue Augen“ patentieren ließe, denn somit verstößt jede(r) Blauäugige gegen diese Patente und muss sozusagen einen Obolus dafür leisten, das er blaue Augen hat. Na, irgendwie kann das doch nicht angehen.

Mit dem Saatgut haben die Konzerne den ersten Vorstoß gewagt, doch wo ist eigentlich oder besser gesagt letztendlich die Grenze?

Schöne neue Welt!

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