Dann bin ich um den Sclaf gebracht. Na, dieser Spruch von Heinrich Heine dürfte allen ja hinlänglich bekannt sein. Bislang kannte ich Armut und Menschen, die in Mülleimern nach verwertbarem Essen, oder anderen Dingen suchen lediglich aus dem Fernsehen.

Das war aber alles so weit entfernt von mir, das es mich überhaupt nicht berührte. Heute ist es mir persönlich begegnet. Das man nach der Teilnahme an einem Mittelaltermarkt immer einen längeren Zeitraum benötigt um wieder im 21. Jahrhundert anzukommen ist eine Sache, aber vielleicht gerade deswegen fallen einem bestimmte Dinge dann besonders auf.

Jetzt habe ich sie gesehen, Menschen die in einer Einkaufspassage die Mülleimer nach etwas essbarem durchsuchen, nach Pfandflaschen, die achtlos von anderen weggeworfen noch gegen ein paar Cent wieder eingetauscht werden können.

In meiner kleinen, heilen Welt hätte ich mir das nicht vorstellen können, das so etwas in meiner unmittelbaren Umgebung und auch völlig unbeachtet von den umherlaufenden Menschen passiert.

Ich habe mich umgeschaut und in die Gesichter der vorbeilaufenden Menschen geschaut … viele Gesichter waren einfach leer … Wie Geister, oder besser gesagt seelenlose Maschinen kamen sie mir streckenweise vor. Langsam verstehe ich, wie man inmitten einer Masse an Menschen einsam sein kann.

Diese Einkaufspassage wirkte auf einmal so unwirklich und leer … und das kann einem schon den Schlaf rauben … und es macht mich traurig und nachdenklich.

Gute Nacht!

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