Den Ausgleich einmal unter dem Gesichtspunkt thermodynamischer Gesetzmäßigkeiten zu betrachten, ist eine spannende Angelegenheit, die mitunter zu interessanten weiteren Denkansätzen führt.
Letztendlich ergibt sich durch die eigene Selbstbetrachtung und die Betrachtung seiner Umgebung das auch hier die gleichen Gesetzmäßigkeiten ihre Gültigkeit besitzen als auch in den Naturwissenschaften.

Wenn wir einmal solche „Handelsbeziehungen“ als einen Fluss von Energie betrachten, dann können wir einmal versuchen, ob sich diese Gesetzmäßigkeiten überhaupt anwenden lassen. Nun … Eine reine Arbeitsleistung, da fällt es mir nicht schwer diese Als Energie zu betrachten, aber eine Bezahlung,  oder der Kauf eines Radios z.B. ist doch eher etwas materielles. Wo ist da die Energie? Die Antwort ist relativ einfach mit der klassischen Einstein’schen Gleichung zu klären e=m*c² . Also kann man eine Bezahlung, oder den Kauf einer Sache durchaus auch im physikalischen Sinne als Energie betrachten. In der Beziehung Käufer/Verkäufer entsteht somit ein Energiefluss, ein Austausch von Energie.

Der erste Hauptsatz der Thermodynamik beschreibt, das die Menge an Energie in einem geschlossenen System Konstant ist. Es finden ausschließlich Umwandlungen statt. Damit ich einen Austausch betreiben kann, muss ich eigene Energie aufbringen, etwas produzieren. Das kann sowohl eine Dienstleistung, als auch eine produktive Tätigkeit sein. Einen Energiefluss aus dem Nichts heraus in Gang zu bringen ist nicht möglich, selbst bei einer Schenkung ist die nicht der Fall. Hier kommt es auf den Betrachtungswinkel an. Sicherlich erhält der Beschenkte eine Energiemenge, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen, aber der Geber muss die abgegebene Menge ja irgendwie erhalten haben, oder vielleicht sind sogar an diese Schenkung Bedingungen geknüpft. Wie sehen also, so einfach ist die Sache nicht.

Die Triebfeder um einen Energiefluss in Gang zu bringen ist abhängig von der persönlichen Notwendigkeit. Hier bestimmt sich, welche Gewichtung ich setzte und in welchen Verhältnis der Energieaustausch stattfinden wird. Selbst bei Menschen die scheinbar alles haben steckt immer noch eine Notwendigkeit zum Energietausch, und sei es nur um den eigenen Status nach außen zu projizieren, oder anderweitig seinem Ego gerecht zu werden. Es sind also nicht nur die lebensnotwendigen Dinge.

Jedes System folgt dem Maximalprinzip der Entropie, so lautet der dritte Hauptsatz der Thermodynamik. Auf den oben beschriebenen Energiefluss angewendet bedeutet dies, das der optimale Zustand eine möglichst gleichmäßige Verteilung dieser Energie ist bzw. wäre. Diese Idee ist nicht wirklich neu und findet sich sowohl in der Bibel, als auch bei Karl Marx wieder.

Eine Konzentration dieser Energie auf einen Punkt, oder Person bedingt, wiederum eine Aufwendung von Energie, um diese Konzentration aufrecht zu erhalten, um dem Zwang zur Entropie entgegen zu wirken. Das reine Horten von Energie bringt nichts, weil das „zu Viel“ schlecht wird und anfängt zu vergammeln. Oder einfach ausgedrückt … mein Angespartes wird durch die Inflation sukzessive aufgefressen. Also muss ich mit dieser Energie arbeiten, damit sie sich zumindest für mich vermehrt.

Wobei das hier natürlich eine Spirale darstellt. Ich will immer mehr und muss auch immer mehr an Energie aufwenden, damit es nicht weniger, sondern mehr wird. Es heißt zwar, wo einmal Geld ist, da fällt immer mehr hinein, aber so einfach ist die Sache allerdings nicht. Solche Bestrebungen finden ihre Gipfel dann in Börsencrashs, bei denen man sprichwörtlich zuschauen kann wie Energie wie Wasser aus den Händen rinnt und im Boden versickert. Je mehr Energie gehortet wird, desto fragiler wird das Gesamtsystem. Letztendlich nutzt es niemandem …

So wäre es doch eine lustige Idee, Energie welche ich selbst nicht benötige nach der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse gerichtet oder auch ungerichtet in den Kreislauf wieder einzubringen und den eigenen Anspruch darauf aufzugeben.

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