Schilde und Schildpraktiken sind doch immer wieder ein interessantes Thema. Da fragte mich doch glatt jemand, ob diese Schilde physische Barrieren sind, die durch die reine Willenskraft „erschaffen“ werden. Na klar doch, wäre da eigentlich meine Antwort gewesen, wenn ich da nicht plötzlich selber gestutzt hätte.Das hat mich dann doch ins Grübeln gebracht und letztendlich zu folgenden Fragen geführt:
Wie entsteht ein Schild überhaupt?
Woraus besteht er?
Wie funktioniert er?
Ist er physisch existent?
Was heißt überhaupt physisch existent?

Also, wie entsteht ein Schild überhaupt?

Ein Schild ist nichts anderes als ein Resultat aus einer Abwehrhaltung heraus. Dies kann willkürlich, aber auch unwillkürlich geschehen, wobei wir in der Lage sind bei einem willkürlichen Resultat bewusst steuernd einzugreifen, was bei einem unwillkürlichen Resultat nicht mehr möglich ist.

Ein Schild soll mich schützen, und zwar vor den Dingen von denen ich meine, das sie nicht gut für mich sind, oder mich negativ beeinflussen. Eine Abwehrhaltung ist also das Resultat der eigenen Bewertung einer Situation.

Physisch … ist etwas, das körperlich existent ist. Etwas, das nach den Regeln der klassischen Physik also Raum einnimmt und eine Masse besitzt. Eigentlich kein Problem. Physisch ist etwas, was ich be-greifen kann. Oha, ganz so einfach ist das wohl doch nicht, denn wie sieht es zum Beispiel mit Strom aus? Geladene Teilchen haben zweifelsfrei eine Ausdehnung und sie besitzen Masse. Dennoch kann ich elektrischen Strom nicht sehen und auch nicht fühlbar anfassen. OK, die Spassvögel unter uns werden nun entgegnen, stecke doch mal die Finger in eine Steckdose, dann wird Strom fühlbar. Korrekt, aber Masse und räumliche Ausdehnung bleiben mir verschlossen, und an den Brandmarken sehe ich auch nur das Ergebnis, eines Stromschlages, nicht die Energie selber.

Hoppla, ein bischen viel für einen einzigen Beitrag, das würde schon für ein ganzes Buch reichen.

Das mit den Schildpraktiken ist so eine Sache. Lustigerweise habe ich gerade zu diesem Thema noch ein paar Entwürfe in meinem Blog, die ich unbedingt einmal fertig stellen muss. Da könnte man glatt ein dickes Buch drüber schreiben.

Zum einen, was verstehst du eigentlich unter Willenskraft?

Hmmm, also Energie entsteht nicht aus sich selbst heraus, sondern sie fließt. Wenn es um Schildpraktiken geht, so verhält es sich damit wie beim Judo, weil du die Energie nutzt, die dein Gegenpart dir anbietet. Ich versuche jetzt bewusst Begriffe wie „positive“ und „negative“ Energie zu vermeiden weil sie eine Wertung enthalten, die meinem eigenen subjektivem Empfinden entspringen. Energie an sich ist weder gut, noch schlecht. Solche Wertungen entstehen immer aus einer persönlichen Betroffenheit heraus, die man in Konfliktsituationen immer vermeiden sollte. Selbst eigene Energie einzusetzen … dazu bin ich vielleicht zu egoistisch, und wenn dann sicherlich nicht in einer Konfliktsituation, denn da wird mir schon genügend angeboten.

Einen Schild kannst du in zweierlei Hinsicht benutzen, er funktioniert defensiv ebenso gut wie offensiv. Eine Barriere ist es immer, weil man eine persönliche Betroffenheit verhindern möchte, denn man schützt sich damit von der einem entgegengeworfenen Energie getroffen zu werden. Fühle ich mich aber durch die Worte meines Gegenübers gekränkt, dann bin ich bereits persönlich be- oder besser ge-troffen und werde reflektierend agieren. D.h. mein Gegenüber bekommt frontal das zurück, was er mir entgegengeworfen hat, und schlimmstenfalls sogar noch etwas mehr. Was dann passiert ist klar. Jeder legt noch ein Pfund auf und es wird zwangsläufig an einen Punkt kommen bei dem entweder einer gehen muss, oder sich die angestaute Energie blitzartig entlädt.

Ich kann eine mir entgegen geworfene Energiemenge auch einfach ableiten. Ich vergleiche das gerne mit einem Wasserschlauch … wenn ich den Strahl ablenke muss ich aber darauf achten nicht Umher stehende nass zu spritzen … *gg* das ist eine Frage der eigenen Verantwortung und Konsequenz unseres Handelns.

Ob sie nun physisch oder rein psychisch sind … Schilde oder Barrieren … wer mag das letztendlich beurteilen? Manchen hilft es sie zu visualisieren/materialisieren … dann sind sie physikalisch vorhanden … andere brauchen das nicht =A0… weil sie wissen, das sie da sind … und sie mir schlafwandlerischer Sicherheit einsetzen können. Das ist auch eine Frage der Übung. Ich war lange genug im Rettungsdienst tätig um Schildtechniken sozusagen blind einzusetzen … Sie „sind“ einfach …

Letztendlich ist es ein Spiel … ich empfinde das zumindest so .. wie Plantschen im Wasser .. nur mit fließenden Strömen .. mit Energie halt. Nein, du siehst sie nicht, dennoch ist sie da. Das ist halt das Fatale.

Es verhält sich nicht anders bei Ritualen … manche brauchen einen „riesen Zirkus“ um eine Arbeit zu beginnen oder zu verrichten … andere schaffen es auch mit einem Wimpernschlag sich soweit zu fokussieren, damit es funktioniert.

Den ganzen „magischen Kram“ vergleiche ich immer gerne mit Wasser, weil uns Wasser ein fassbarer Begriff ist … und damit „physische“ Erfahrungen verbunden sind … etwas sicht- und fass-bares, für etwas unsicht- und unfass-bares, was aber dennoch „präsent“ ist.

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