Licht <-> Dunkel, warm <-> kalt und Gut <-> Böse sind nur einige Beispiele für den uns umgebenden und allgegenwärtigen Dualismus allen Seins.

Das, was augenscheinlich sich als ein triviales System darstellt, welches gerade in der Esoterik und Metaphysik gerne herangezogen wird, weil es die Dinge so schön einfach gestaltet, wirft bei näherer Betrachtung doch einige Fragen und Zweifel auf.

Das Thema welches in diesem Zusammenhang wohl am meisten und emotionalsten diskutiert wird ist die Existenz des Dualismus Gut <-> Böse. Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

1.) Gibt es überhaupt eine klare Trennung zwischen ‚GUT‘ und ‚BÖSE‘?

‚Gut‘ und ‚Böse‘ sind normative Begriffe, deren Grundlage Ethik und Moral stets an Zeit, Raum und Kollektiv gebunden sind. Es sind gesellschaftliche Übereinkünfte/Normen, deren Inhalt eng mit der Entwicklung des Kollektivs verknüpft ist. Innerhalb einer Gesellschaft kann es, oder besser gesagt gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Kollektiven (z.B. Familie, religiöse-, politische- Gemeinschaften, Staaten), so das eine allgemeingültige Normierung nie zustande kommen kann. Ein organisiertes Zusammenleben dieser vielfach verschachtelten Kollektivs wird überhaupt erst durch gemeinsame Schnittmengen, und/oder Abstraktionen der Normen möglich.

Als Individuum sind wir selbst schon als Kollektiv anzusehen, wenn man Freuds Theorie, das sich die Persönlichkeit aus dem ‚Es‘ und dem ‚Über-Ich‘ heraus bildet. Auch wir haben unsere persönlichen Normen, und auch wir bewegen uns innerhalb unterschiedlichster Kollektive denen Normen zugrunde liegen.
Ohne Zweifel werden wir uns in einer Kirche anders verhalten, als in einer Kneipe, um da mal ein plakatives Beispiel zu bringen. Wir passen uns also den Normen an je nachdem in welchem Kollektiv wir uns gerade bewegen.

Vor diesem Hintergrund, kann eine allgemeingültige Norm, welche unabhängig von Zeit und Raum ist ausgeschlossen werden.
Durch Dissoziation der Normen, welche aus der Verschachtelung von Kollektiven resultiert schwinden auch konkretisierte Normen.
Folglich kann man daraus schließen, dass die Grenzen immer unschärfer werden, je größer das Kollektiv ist, aus dem heraus ich ein Ereignis betrachte.

Die Entscheidung/Wertung eines Ereignisses ist letztlich nichts anderes, als der Vergleich einer Handlung, oder eines Ereignisses mit entsprechend zugrunde gelegten Normen.
Hier wird also zunächst ein Bezugspunkt gesetzt. Ich (meine Persönlichkeit) be-werte ein Ereignis.
Eine weitere wichtige Komponente der persönlichen Wertung ist der eigene Betrachtungswinkel. Ich kann Handlung <-> Resultat als einzelnes Artefakt betrachten, oder aber ich vergrößere meinen Blickwinkel, weil der Handlung schließlich Ereignisse vorausgehen und dem Ereignis auch wieder Handlungen folgen werden. Wie ich es auch handhabe ich betrachte ein Teilstück einer komplexen und verschachtelten Handlungskette. Gelingt es mir noch bei der Betrachtung von Handlung <-> Resultat als Einzelereignis klar die Normschablone aufzulegen, so wird es mit der Größe des Teilstückes der Handlungskette immer schwieriger. Wenn ich mich also selbst als Bezugspunkt setze verschwimmen zwar nicht meine Normen, aber durch die Gesamtbetrachtung wandelt sich u.U. die Wertung der Situation.

Noch schwieriger wird eine klare Be-wertung, je diffuser die Normen werden. Wenn ich mich nicht mich nicht mehr selbst, sondern ein z.B. Kollektiv mit seinen Normen als Bezugspunkt setze.

Wir sehen also, das eine absolute und allgemeingültige Be-wertung eines Ereignisses, oder einer Handlung nicht möglich ist.
Abhängigkeiten sind Raum, Zeit, Kollektiv, welche für die der Bewertung zugrundeliegenden Normen verantwortlich sind. Hinzu kommen als zusätzliche Variablen noch der Bezugspunkt und das Betrachtunfsspektrum hinzu welche das zu bewertende Gesamtereignis  beeinflusst.

Und damit sind wir noch lange nicht am Ende dieser Problematik angekommen.

Hier geht’s zum zweiten Teil.
Hier geht’s zum dritten Teil.
Hier geht’s zum vierten Teil.

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