Nachdem sich in den ersten drei Teilen dieser Reihe herauskristallisiert hat, das es weder eine allgemeingültige Normierung, noch eine klare Trennung zwischen den Zuständen gibt, so stellt sich nun die Frage, ob und für wen diese Zustände überhaupt real sind.

Gibt es dann überhaupt ein Gut und Böse?

Die Be-wertung eines Ereignisses treffe ich anhand meiner Wahrnehmungen und der Normschablone des Kollektivs, aus dem heraus ich dieses Ereignis betrachte. Dieses Kollektiv wird somit als Bezugspunkt definiert. Was passiert aber, wenn man diesen Bezugspunkt auflöst?

Als kleinstes Kollektiv und als kleinsten Bezugspunkt  sehe ich das „Individuum“, mit seinen kognitiven, emotionalen und instinktiven Komponenten, welche manchmal miteinander konkurrieren, aber stets interagieren  und uns in unseren Entscheidungen massiv beeinflussen. Um eine Beeinträchtigung durch diese Komponenten des Individuum auszuschalten muss ich quasi das Individuum auflösen und zurück bleibt ein Teil, den C.G. Jung als das „kollektives Unbewusstes“ bezeichnete, die Seele.

Was passiert also, wenn ich diesen Bezugspunkt „Individuum“ auflöse?
Normen regeln, sie sind aber nur dort notwendig, wo es etwas zu regeln gibt. Zu regeln gibt es aber nur dann etwas, wenn ich interagierende Individuen betrachte. Abstrahiere ich eine Situation so weit, das ich das Individuum auflöse, so löse ich damit sowohl die Notwendigkeit als auch die Existenz der Normen auf, weil es dann auch keine Handlungsgrundlage mehr gibt, auf die man diese Normen überhaupt anwenden könnte.

Ab diesem Punkt befinde ich mich auf einer abstrakten Metaebene, bei der ich selbst keinerlei Bezug mehr zu den Ereignissen habe, und somit wertfrei und objektiv die Dinge betrachten kann. Ebenfalls werden die Sichtbeschränkung durch die emotionalen und physischen Grenzen aufgehoben. Auf dieser Ebene bin ich somit in der Lage ein Ereignis, oder besser gesagt die Ereigniskette als Ganzes zu betrachten. Man kann diese Ereigniskette ebenfalls abstrahieren und erhält letzten Endes einen Blick auf fließende Energien.
Dieses weiter auszuführen würde hier zu weit führen, und wird in einem Anderen Beitrag seinen Platz finden,

Fazit: Klassifizierungen wie Gut und Böse existieren nur solange es einen Bezugspunkt gibt. Wird dieser Bezugspunkt aufgelöst werden Normen und Kriterien für eine Be-wertung gegenstandslos, weil kein Kollektiv mehr mit interagierenden Komponenten mehr besteht.

Wie vielfach,  und auch völlig zurecht angemahnt wird, gibt es einen Trend der Negation von Gut und Böse, allerdings nicht aus einer Metaebene heraus betrachtet. Dort, wo Individuen interagieren existieren Normen nach denen Ereignisse Be-wertet werden.

Ich persönlich sehe u.a. einen Grund darin, das viele Menschen zwar viele schlaue Bücher lesen, deren Inhalt aber oftmals falsch verstanden, oder noch schlimmer falsch interpretiert wird.

Durch die  heutige Kultur des „Wegschauens“ bekommt es einen bitteren Beigeschmack … „Es  geht mich nichts an“ Damit nehme ich mich aber nicht  nur als Bezugspunkt heraus, sondern auch aus der Verantwortung.

Dort wo Individuen miteinander interagieren braucht es Normen um überhaupt ein funktionierendes Miteinander zu gewährleisten.Man sollte sich aber der Tatsache bewusst sein, das Be-wertungen nicht allgemeingültig sind, sondern von vielen Faktoren abhängig sind.

Hier geht’s zum ersten Teil.
Hier geht’s zum zweiten Teil.
Hier geht’s zum dritten Teil.

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