So, die Problematiken der Grund- und Weiterführenden Schulen, sowie die der Universitäten hätten wir nun grob umrissen, was nun logischerweise folgt sind die Bildungsmöglichkeiten nach der „Erstausbildung“ wenn sich der Bildungshungrige bereits im Erwerbsleben befindet. Hier gibt es eine Vielzahl von Angeboten an öffentlichen und privaten Einrichtungen ohne jetzt explizit auf jeden Einzelnen möglichen Weg einzugehen, werde ich mir ein paar „lohnende“ Kandidaten herauspicken.

Beginnen wir mit dem Naheliegenden, den öffentlichen Einrichtungen der Volkshochschulen. Was ich da in so manchem Programmheft lese hat mit Bildung, wie ich sie verstehe und wie sie staatlich gefördert werden sollte, recht wenig zu tun. Neben den Veranstaltungen zur politischen Bildung, Sprachkursen, Schulabschlüssen und einigen anderen durchaus sinnvollen Themen finden sich doch vermehrt Themen wie gesamte Palette was heutzutage unter den Begriff Wellness fällt, Tarot, sowie auch Kreativ- und Sport-Kurse die besser in anderen Einrichtungen aufgehoben wären.

Ohne jetzt die Notwendigkeit solcher Kurse in Frage stellen zu wollen, wäre es eine Überlegung wert, ob diese nicht in einer Kooperation mit Familienbildungsstätten, Sportvereinen und den Wohlfahrtsverbänden angeboten werden könnten, aber nicht mehr über Volkshochschulen. Ich kann durchaus nachvollziehen das man als öffentliche Institution gerne eine dickes Programmheft vorstellen möchte, aber vielleicht wäre die Rückbesinnung auf Allgemein- und politische Bildung, der sprachlichen Fortbildung und dem Angebot von Schulabschlüssen (um hier nur mal grobe Kerngebiete zu umreißen) sinnvoller und kostengünstiger.

Hier und dort haben sich bereits sogenannte „Bürgeruniversitäten“ gebildet. Das große Manko dieser durchaus sinnvollen Einrichtungen ist allerdings, das man dort keine qualifizierten Abschlüsse erwerben kann. Spontan fielen mir dort die Module aus den Bachelor Studiengang ein, denn wenn ich mir die Organisation der Fernuniversität Hagen anschaue, so kann diese Universität als leuchtendes Beispiel für Online-Lehrgänge herangezogen werden. Warum also dieses Prinzip nicht auch auf andere universitäre Formen ausweiten? In letzter Konsequenz wäre es ein lohnender Gedanke sich zu überlegen, ob die Volkshochschulen nicht in solchen Bürgeruniversitäten aufgehen könnten. Also mehr substanzielle Bildung und der Verzicht auf schmückendes und buntes Beiwerk.

Wie bereits erwähnt haben auch die anderen vielen Angebote durchaus ihre gesellschaftliche Berechtigung und man kann sie zwar auch auf kommunaler Ebene organisieren, solche Angebote jedoch erscheinen mir an anderer Stelle sinnvoller aufgehoben zu sein.

Auf diese „neuen“ Volkshochschulen oder Bürgeruniversitäten käme ein ganz gezielter Auftrag zu. Dem animieren zum Lernen. Ein inhaltliches Angebot reicht hier nicht ganz aus und so wäre es durchaus zu überlegen allgemein anerkannte „Leistungspunkte“ erwerben zu können bis hin zum Bachelor. Gerade dieser modulare Aufbau lädt dazu ein. Ein durchaus schwieriges Unterfangen, dessen bin ich mir durchaus bewusst, aber dies ist hier auch nur eine Gedankenspiel, und somit sind solche Gedankengänge und Ideen durchaus legitim.

Ein anderer Punkt sind die vielen bunten privaten Unternehmungen und Business Schools, welche mit Zertifikaten und der Zulassung  der Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) und anderer Zertifizierungen werben. Hier sind vielfach anerkannte und auch renommierte Abschlüsse zu erwerben, allerdings sind sie auch nicht ganz billig und die Kosten nicht immer zweifelsfrei von der Steuer absetzbar. Man muss da schon richtig hinschauen um was für einen Abschluss es sich genau bei einem gewünschten Kurs handelt, denn manchmal sind es schulinterne Zertifikate (deren Anerkennung im Berufsleben hier primär vom Namen des Lehrinstitutes abhängig ist) oder auch nur die Vorbereitungen auf eine staatliche Prüfung. Man darf hier jedoch nicht vergessen, das es sich um Wirtschaftsunternehmen handelt, deren legitimes Ziel es ist Gewinne zu erwirtschaften. Somit sind diese Kurse logischerweise teurer, als die an der Fern Universität Hagen. Zweifelsohne schließen diese Unternehmen die Lücke, welche der Staat nicht zu schließen vermag.

Zwei Nachteile sehe ich in diesen Unternehmen:
Zum einen müssen gewisse finanzielle Möglichkeiten vorhanden sein um diese Angebote nutzen zu können, und zum zweiten sind die Kurse zeitlich terminiert. Zwar wird eine Verlängerung mit klar definierter Dauer meist kostenlos gewährt, aber wer es bis dahin nicht geschafft hat, auf den kommen dann weitere Kosten zu.

Im nächsten und letzten Teil wird es dann um die These „Deutschland ein Volk von Akademikern“ gehen und eine Idee wie man sich eine Finanzierung eines solchen Systems vorstellen könnte.

Hier geht’s zum ersten Teil.
Hier geht’s zum zweiten Teil.
Hier geht’s zum vierten Teil.
Hier geht’s zum fünften Teil.

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