In diesem Teil wollen wir uns einmal damit beschäftigen, wie man ein illusionäres Ziel wie „Bildung für Alle“ in die Tat umsetzen könnte und das zu allem Überfluss auch noch finanzierbar bleibt.

Nehmen wir als Beispiel einmal die Fernuniversität in Hagen. Im Grunde genommen ist es eine Selbstlern-Universität mit allen in diesem System liegenden Vor- und auch Nachteilen. Der interessante Punkt ist aber, das hier die Möglichkeiten der neuen Medien in einem beispiellosen Umfang genutzt werden. Hier werden keine großen Hörsäle benötigt, sondern lediglich die entsprechende technische Infrastruktur. Ein recht kostengünstiges Prinzip. Ergänzend hierzu gibt es Präsenzveranstaltungen, welche in den unterschiedlichen Universitäten in Deutschland angeboten werden. Voraussetzung hierzu ist allerdings eine Kooperationsbereitschaft der anderen Universitäten entsprechende Räume für diese Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Ein Teil dieser Veranstaltungen findet auch direkt in Hagen statt.

Ich weiß nicht, ob diese Universität mit den derzeit erhobenen Studiengebühren kostendeckend arbeiten kann, aber ein Gedanke wäre es sich auf das Solidaritätsprinzip zurück zu besinnen. Ein frischer Schulabgänger, ohne ein eigenes Einkommen ist kaum in der Lage großartig Studiengebühren aufzubringen, ebenso wenig, wie ein Harz IV Empfänger. Diejenigen, welche aber neben ihrem Beruf ein Studium belegen wären sehr wohl in der Lage einen monatlichen Beitrag zu leisten entsprechend ihres Einkommens.
Jetzt mögen einige entgegnen … Das produziert doch nur ewige Studenten.

Nicht ganz, denn es gibt die durchaus sinnvolle Begrenzung der Studienzeit je Fach. In der Regel sind dies das 1,5 fache der Regelstudienzeit. Danach sollten auch diese Gruppen zur Kasse gebeten werden, entsprechend ihrer Möglichkeiten. Die generelle Begrenzung der Studienzeit sollte allerdings aufgehoben werden, da eine Entscheidung zwischen Familie oder universitärer Ausbildung zusätzlich zum Beruf nicht mehr zeitgemäß und bezogen auf den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft eher kontraproduktiv ist.

Damit soll natürlich auch die Lust und der Spass an einer universitären Ausbildung und am Lernen generell geweckt werden und zwar ohne jeglichen Zeitdruck.

Es ist halt eine Finanzierungsart welche auf dem Solidaritätsprinzip beruht und Schulabgängern eine kostenlose universitäre Grundausbildung beschert, sofern sie sich ran halten und es in der vorgegeben Zeit schaffen. Ob es sich allerdings nun um 5% oder 10% von einem bereinigten Nettolohn handelt, wäre dann aus einem betriebswirtschaftlichen Blickwinkel zu klären. Ebenso ob man die max. Studienzeit für die kostenlose „Erstausbildung“ auf die Regelstudienzeit plus 1 oder 2 Trödelsemester verkürzt, oder sie lässt woe sie gerade ist.

Damit gerade die universitäre Bildung auch auf Dauer finanzierbar bleibt, muss man zu der Einsicht gelangen, das es sich bei dem Bachelor nicht um den klassischen Diplomstudiengang handelt, sondern um eine rudimentäre wissenschaftliche Grundausbildung. Den Masterstudiengang würde ich hier eher mit dem alten Diplomstudiengang vergleichen. Hier geht es im Bachelor Studiengang darum durch ein festgelegtes Curriculum dafür Sorge zu tragen, das die Grundausbildung strukturell und inhaltlich, möglichst europaweit, einheitlich ist. Durch eine Standartisierung dieser Grundausbildung kann viel Zeit und Geld gespart werden, die besser in die fachlich Spezifizierung im Masterstudiengang angelegt wäre. Ein vergleichbares System ist bereits in der klassischen Berufsausbildung in Deutschalnd lange erprobt und recht erfolgreich. (Abgucken erlaubt)

So wäre durchaus zu überlegen, ob nicht einzelne Seminare, oder auch ganze Vortragsreihen über das Internet angeboten werden könnten. Beispielsweise hat die Universität Tübingen dreizehn Vorlesungen aus dem Modul 1 „Einführung in die Soziologie“ frei im Nezt abrufbar. Solche „virtuellen“ Vorlesungen könnten auch an anderen Universitäten genutzt, oder auch durch weitere Vorlesungsmittschnitte anderer Universitäten ergänzt werden. Entspechende Lernumgebungen können dann als Plattform dienen sich zu den einzelnen Themen untereinander auszutauschen. Wobei es letztlich auch keine Rolle mehr spielen würde, aus welcher Universität die Studenten kommen, weil die Inhalte ja standartisiert sind. Durch die Kooperation der Universitäten könnten durch die gemeinsamt Nutzung solcher Ressourcen enorme Kosten gespart werden.

Vermutlich würde eine solchens System zu einem sprunghaften Anstieg der Studentenzahlen führen, was aber hier durchaus erwünscht wäre, denn damit hätte ich auch viele Bildungsfinanzierer.

Es bleibt weiterhin nicht damit zu rechnen, das auch mehr Menschen einen universitären Abschluss machen, aber das ist auch nicht das primäre Ziel einer solchen Neuorganisation. Zum einen geht es darum anerkannte Bildung bezahlbar jedem zugänglich zu machen, die Menschen zu einem andauernden Lernen anzuregen mit dem Nebeneffekt, dass zusätzliche „bescheinigte“ Qualifikationen erworben werden können, aber nicht zwingend müssen. Damit wäre schon ein grosses Ziel erreicht.

Die Eliten können dann im Master Studiengang gezüchtet werden. Das ist aber ein ganz anderes Thema, aber hier könnten sich die Herren Professoren gänzlich den „Meistern“ widmen und müssen sich nicht mehr mit den Auszubildenden herumschlagen. 😉

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