Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herren

Mit ein wenig Verwunderung und Amüsement habe ich am Samstag den Artikel zur Breitbandversorgung in Hoch-/Nieder-Weisel in der Butzbacher Zeitung gelesen. Die Schlussfolgerung, dass nun die Bürger auf das „Telekom Kabel“ warten ist nach meinen praktischen Erfahrungen der letzten Wochen so nicht unbedingt zutreffend.

Vielmehr ist es so, das sich die Bürger aufgrund fehlender Informationen und „schlechter“ Erfahrungen alternative Wege gesucht haben um einen Zugang zum Internet zu erhalten.
Es mag aber auch sicherlich einige geben die Tatsächlich auf „ihr“ Glasfaserkabel warten.

Allein die Tatsache, dass die Funknetz HG einen Sendemast auf dem Feldberg betreibt bedeutet nicht zwangsläufig, dass nun in den umliegenden Tälern ein Breitbandanschluss via Funk verfügbar ist wie wir und viele andere feststellen mussten. Vielmehr verhindern oftmals die topographischen Gegebenheiten und eine, nennen wir es einmal vorsichtig „suboptimale Empfangsanlage“ des Anbieters, einen Zugang via Funk.

Zu diesem Thema wurde vor 2 Wochen ein Leserbrief von meiner Freundin und mir in der Butzbacher Zeitung abgedruckt, den ihr hier im Original und voller Länge nachlesen können.

Auch wir mussten auf eine Alternative ausweichen, der zum einen mit einer langen Vertragsbindung und zum anderen mit einer Volumenbegrenzung ausgestattet ist, welche neben den notwendigen Sicherheitsaktualisierungen des Betriebssystems und der Aktualisierung der Virenscanner für 2 Rechner nicht mehr viel Spielraum zulässt. Selbstverständlich haben wir uns im Vorfeld auch bei der Funknetz HG um einen Anschluss via Funk bemüht. Die Tatsache, das wir weder eine freie Sicht auf den Feldberg, noch auf Ottmar Rees Haus haben, verhinderten einen Anschluss der Funknetz HG.

Die Nachfrage bei einem Konkurrenzunternehmen und die darauffolgenden Messungen !!! dieser Firma ergaben, dass dieser Anbieter keinen Anschluss bereitstellen könnte, aber 2 Signale der Funknetz HG ausreichend stark seien um mit entsprechender Empfangstechnik einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten.

Ich kann mich nur noch rudimentär an meine Funk- und Fernmeldeausbildung in einem Fernmeldezug des DRK vor 20 Jahren erinnern, und mir war auch so, das mittels entsprechender Antennentechnik noch einiges aus topographisch ungünstigen Lagen herauszuholen ist.
Bei meinen Recherchen bin ich dann auf die Firma WiMo Antennen und Elektronik GmbH
in Herxheim gestoßen, die meine schwachen Erinnerungen bestätigte.

Somit mussten wir auf die Möglichkeit des Internet via Satellit ausweichen und die Erfahrungen mit der Telekom haben uns zu diesem Leserbrief veranlasst. Als Folge auf diesen Leserbrief haben sich einige Maibacher bei uns gemeldet, die ähnliche Erfahrungen bei ihrer Suche nach einem Internetzugang erlebt haben und auch sie sind wie wir und viele andere auf Alternativen ausgewichen. Vom Zugang über ISDN, Handy bis zum Satellit war alles mit dabei. Viele davon hatten ebenfalls entweder beim Magistrat oder direkt bei der Funknetz HG nachgefragt und ein Anschluss war dort ebenfalls nicht möglich.

Uns wäre ein Funknetzanschluss auch lieber gewesen und mit einigen Bewohnern des Eschbacher Weges waren wir uns auch darüber einig das wir die Kosten für leistungsfähigere Antenne auch gerne selbst getragen hätten, zumal wir hier nicht von Unsummen reden. Aber nun sitzen wir leider, wie viele andere, in langfristigen Verträgen fest.

Der Zugang zu den modernen Kommunikationsmitteln ist und wird zu einem immer wichtigeren Standort- und auch Wirtschaftsfaktor. Nicht nur was die Ansiedelung von Gewerbetreibenden angeht, sondern auch was Grundstücks-, oder Immobilienpreise angeht.

Ich hätte mir, wie manch ein anderer ebenso gewünscht, dass sich die Stadt Butzbach nicht nur einen „technischen“ Partner sucht, der seine Internetanschlüsse verkauft, sondern einen, der auch im Gegenzug für diese „Premium-Partnerschaft“ fachlich, konzeptionell plant und in der Lage ist die Möglichkeiten der Technik auszureizen. Das auch ein solches Unternehmen nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln muss ist unbestritten, aber mit einem wasserdichten Konzept hätte man an die Anwohner herantreten könne, die sicherlich für den Aufbau der Infrastruktur ihren Teil dazu beigetragen hätten. Die voreilig verbreiteten Erfolgsmeldungen über den Stand des Breitbandausbaus haben jedoch ein wenig Frustration verbreitet, die nicht mehr einfach mit bunten Flyern, sondern nur mit persönlicher Überzeugungsarbeit beseitigt werden kann. Es geht hier aber auch um die Glaubwürdigkeit der Stadt Butzbach.

Mit herzlichen Grüßen

Mathias Berkenkamp

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