img_8725Im ersten Teil haben wir das Dosenunterteil fertiggedreht und damit angefangen den Deckel erst einmal auf die richtige Größe zu drehen. Ab jetzt wird es ein wenig kniffliger, denn jetzt kommt der Falz.


img_8711Beim Drehen des Falzes immer wieder prüfen, ob und wie gut der Deckel schon passt. Er sollte schön stramm auf dem Unterteil sitzen, aber bitte nicht mit Gewalt hineindrücken. Wenn der Falz passt, kann die Deckelinnenseite mit der Schalendrehröhre und dem Flachmeissel ausgehöhlt und geglättet werden. Die Innenseite kann jetzt auch schon geschliffen werden. Vorsicht aber bei dem Falz, nicht, dass der Deckel zu locker wird.


img_8712Jetzt kommt der eigentlich spannende Teil. Die Zapfen für das Spannfutter müssen vom Deckel und Dosenunterteil heruntergedreht werden. Damit der Deckel auch fest sitzt, kann man ihn mit Toilettenpapier fest auf die Dose pressen. Hier auf bündigen Sitz achten, ansonsten “eiert” der Deckel. Weil man hier gefühlvoll zu Werke gehen muss, nehme ich hier meist den Flachmeissel.


img_8713Wenn der Zapfen erst einmal herunter ist, kann der Deckel fertig gedrechselt werden. Ich finde es hübsch, wenn er leicht konvex ist. Einige Rillen als Verzierung noch hinzu, und anschließend wird auch der Deckel fertig geschliffen.  Damit wäre der Deckel schon einmal fertig.


IMG_8714Zu guter Letzt wird das Dosenunterteil auf das Spannfutter gesetzt und „handfest“ gespannt. Zum Schutz der Innenwand, damit das Backenfutter keine „Macken“ hinterlässt, benutze ich hier wieder ein Stück Toilettenpapier, was auch völlig ausreicht. Jetzt geht es an den Boden der Dose. Hier muss auch der Zapfen für das Spannfutter heruntergedreht werden. Wie das geht, haben wir ja beim Deckel schon gesehen.


img_8716Wie das nun mal so ist, so manch ein passionierte Drechsler wird sich das Werkstück sicherlich zunächst einmal von der Unterseite her betrachten, und anstelle eines “schnell mal eben abgestochen und glattgeschliffen” sieht er eine sauber ausgdrehte, leicht nach innen gewölbte  und sogar verzierte Unterseite. (Daher war auch der Boden recht großzügig angezeichnet, damit er nicht zu dünn wird.) Damit erspart man sich manch einen verächtlichen Blick und erntet vielleicht sogar noch Anerkennung.  ;-)


img_8718Voilá, fertig ist das schöne Stück. Jetzt fehlt nur noch das Finish. Hier kann man seinen Vorlieben freien Lauf lassen, egal ob Wachs, Danish Oil oder sonst was. Ich bevorzuge hier schlichtes Walnussöl. Erst beim Finish kommt die Maserung richtig gut zur Geltung, und da wird selbst eine im Grunde “langweilige” Hainbuche zu einem charaktervollen Stück Holz.


Viel Spaß beim Nachdrechseln.

 

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