Nach langer Zeit bin ich mal wieder dazu gekommen mich etwas näher mit den Vorträgen von Adorno und Marcuse zu beschäftigen.

Ob die neuen technischen Möglichkeiten, die dem Menschen Heute zur Verfügung stehen, letztendlich zu einer Befreiung des Menschen aus seiner Unmündigkeit und einer Demokratisierung führen werden, darüber lässt sich im Moment wirklich nur spekulieren.

Die Tendenz der Auflösung des Sozialen (vgl. Heinz Bude)
(http://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/4083/ssoar-sozw-1988-1-bude-auflosung_des_sozialen.pdf?sequence=1)
bekommt indes eine ungeheurere Dynamik und es scheint gerade so, als ob die digitale Transformation der Gesellschaft dieser Tendenz neue Schubkraft gibt.

  • Die Auflösung von privaten und öffentlichen Räumen
  • Die Wandlung des Mensch von einem Subjekt zu einem Objekt
  • Dem Abbau zivilisatorischer Firnisse
  • Dem Verlust der Freiheit

um nur einige Punkte zu nennen.

Sicherlich dies sind nur die negativen Tendenzen, wobei es sicherlich auch die Möglichkeit positiver Tendenzen besteht.

Die aktuellen Tendenzen des Posthumanismus erscheinen mir die Negation des Menschen als Humanwesen zu sein, denn die Selbstveredelung wird hier nicht aus dem eigenen Sein, den eigenen Fähigkeiten heraus angestrebt, sondern mithilfe technischer Möglichkeiten. Dahinter stecken der Wunsch nach Unsterblichkeit, nach Perfektion – um diese Transformation des Menschen als ein Mangelwesen auf eine sehr einfache Art und Weise zu erreichen.

Ich bin wahrlich kein Gegner der Technik, doch mir drängt sich die Frage auf, ob der Punkt des Menschseins hier nicht bereits überschritten wird. Mit einem Mangel zu leben, oder diesen mit intellektuellen Mitteln zu begegnen erfordert Zeit und Arbeit an sich selbst.

Was bleibt am Ende vom Menschen als Mensch und Humanwesen noch übrig?

Bedauerlicherweise ist zu erkennen, dass die Mittel der digitalen Transformation und der Selbstoptimierung zu einem Zwang werden, der jedoch nicht allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung steht und stehen wird. Hier entstehen ein Gruppenzwang und eine Spaltung der Gesellschaft in diejenigen, die es sich leisten können und denen die nicht mehr dazu gehören, weil sie es sich nicht leisten können.

Der Aspekt der Nützlichkeit und der Effizienz negiert nicht nur alle geisteswissenschaftlichen Disziplinen sondern der Mensch wird zu einem betriebswirtschaftlich verwertbarem Produkt und Konsument gesteuerter Bedürfnisse – also von einem Subjekt zu einem Objekt.

Hier geht’s zum zweiten Teil

Hier geht’s zum dritten Teil

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