Ein neues Projekt – und mal etwas völlig anderes.
Zum einen geht es um einen schlichten Beleuchtungskörper und zum anderen um die Frage wie hier Alt- und Natur-Materialien sinnvoll verwendet werden können.  Upcycling nennt man das heute :-)Also setze ich hier aufgrund ihrer Energieeffizienz auf moderne LED Leuchtmittel, verzichte so weit wie möglich auf Kunststoffe und versuche „Abfälle“ stilvoll zu recyceln.


crw_0160Der Vorteil dieser neuen Beleuchtungsmittel ist nicht nur eine hohe Energieeffizienz, sondern auch eine sehr geringe Wärmeentwicklung, die völlig andere Möglichkeiten der Beleuchtungskörperkonstruktion bieten.
Hier wird zum Test Erle verwendet, von der ich noch eine Bohle in der Werkstatt hatte.  Von dieser Bohle werden 3 quadratische Stücke gesägt. Eines für die Decke, eines für den Boden und das dritte für die Seitenteile. Für die Decke wird die Mitte angezeichnet und ein Kreis mit dem Durchmesser einer aufgetrennten Flasche angezeichnet.


crw_0162In die Mitte der Decke wird mit einem 8 mm Holzbohrer ein Loch gebohrt, damit die Platte auf die Planscheibe der Drechselbank gespannt werden kann. Mit einem schmalen Drechselbeitel wird eine Nut gedrechselt, die von der Breite her der Dicke der Flasche entsprechen sollte. Die Tiefe muss so gewählt werden, das der abgetrennte Flaschenboden sicheren Halt bekommt. So um die 10 mm sollten es also schon sein.


crw_0164Wie gewohnt testen, testen und noch einmal testen, ob die Flasche in die Nut passt und ob die Nut auch tief genug ist. Ich bin nicht der Typ, der sich im Vorfeld eine Zeichnung macht, sondern nur eine Idee im Kopf hat, die aber im Laufe des Projektes immer wieder angepasst wird.


crw_0166Wenn alles passt und perfekt sitzt, wird mit einem 40 mm Forstnerbohrer das Loch für die hier verwendete Porzellanfassung gebohrt. Da ich für den ersten Versuch die „unrunden“ Porzellanfassungen verwende musste ich hier noch mit Raspel und Feile nacharbeiten, damit die Fassungen durch das Loch passten.


Eine kleine Anmerkung: Ich habe zwei unterschiedliche Porzeallanfassungen gekauft:
Zum einen sehr preiswerte, die aber leider nicht wirklich rund sind und etwas teurere die der Qualität entsprechen, die ich eigentlich erwartet habe.

Hier lohnt es sich definitiv nicht am falschen Ende zu sparen.


crw_0170Die dritte Platte wird in 4 gleiche Streifen für die Seitenteile gesägt. Mit der Gehrungssäge werden die Enden auf 45° Winkel abgeschrägt, damit die Seitenteile auf Stoß zusammenpassen und somit kein Bruch im Faserverlauf stattfindet.


crw_0174Testweise schon mal alles zusammen gesetzt und auf seine Passgenauigkeit getestet.


crw_0176Die Frage die sich nun stellte war: Welches Leuchtmittel verwende ich? Zur Auswahl standen zwei E27 LED Glühbirnen im Retro Design. Eine mit einem Standardmaß und 4 Watt Leistung und eine kleine mit 2 Watt Leistung.

Testweise wurden beide Birnen eingesetzt und bei der kleinen war der Abstand zwischen Leuchtmittel und Glaswand in Ordnung, aber das Leuchtmittel war zu nahe am Boden, was nicht gut aussieht. Also hier muss die Fassung angehoben werden, was den zusätzlichen Charme hat, das man die Porzellanfassung auch sieht.


crw_0178Hier eine Standard E27 LED Glühbirne im Retro Design sitzt mir das Leuchtmittel zu nahe an der Glaswand. Technisch ist dies kein Problem, da bei den LED Glühbirnen kaum Wärme entsteht und somit keine Gefahr der Überhitzung oder eines Verbrennens an  der Flasche besteht. Also nehme ich die kleine Birne und setze die Lampenfassung etwas höher. Wenn ich diese Unterfütterung der Fassung nur auf den Boden aufschraube bleibt immer noch die Option später mal auf eine Birne im Standardmaß zu wechseln.


crw_0186Das Unterteil der Flasche einfach nur in die Nut zu stellen war mir zu unsicher und eine zu wackelige Angelegenheit. Ein Verkleben kommt auch nicht infrage, weil die Lampe auch wechseln können muss.  Als Freund des Minimalismus und klarer Linien habe ich mittig mit einem 6 mmm Holzbohrer durchbohrt und auf der Rückseite mit einem 10 mm Holzbohrer 10 mm tief aufgebohrt.


crw_0188Als Schrauben verwende ich M6 Maschinenschrauben aus Edelstahl, die mit den von mir so geliebten Lock Muttern verschraubt werden.


 crw_0191Jetzt komme ein Tropfen Leim in die Senkung und dann wird das Seitenteil mit der auf die Senkung aufgesetzten Mutter in den Schraubstock gespannt und die Mutter bündig hineingepresst.


crw_0194Dann wieder testen ob die Schrauben auch eingeschraubt werden können. Sofern man einigermaßen sauber gearbeitet hat, sollte alles passen.


crw_0196Jetzt werden die Seitenteile auf die Deckplatte geleimt. hierbei auf die Faserrichtung achten, denn nachher soll der Eindruck eines massiven Holz-Blocks entstehen.


crw_0199Nachdem die Seitenteile auf die Deckplatte geleimt wurden , wird die Bodenplatte mit 4 Senkkopfschrauben (3,5 x 35 mm) aus Messing festgeschraubt.


crw_0201Jetzt werden die Seitenteile mit Raspel und Feile geplant und anschließend mit einem Bandschleifer und einer 120’er Körnung alle Seiten geschliffen.


crw_0205Alle Kanten wurden gefast, um dem „Klotz“ ein etwas gefälligeres Aussehen zu verleihen. Damit wirkt der Lampenfuß auch schon um einiges „wärmer“.
Eine Kabeldurchführung darf auch nicht vergessen werden. Der Einfachheit halber habe ich hier eine kleine Vierkantfeile genommen um die Aussparung für das Stromkabel in das Seitenteil zu machen.


crw_0207Jetzt geht es an das Lackieren. Ich hatte mir zu Beginn ernsthaft überlegt den von mir so geliebten Yachtlack von Clou zu nehmen, habe mich aber dann doch dazu entschieden einen Lack auf Wasserbasis zu verwenden. Hier kommt dann also der Holzlack L11 von Clou, ein sogenannter Sabberlack, zum Einsatz. Der Umwelt zuliebe.


crw_0219Da wir hier mit Strom arbeiten und die Muttern vom Lampeninneren bis nach außen gehen musste zwingend noch eine Isolierung her. Daher habe ich innen dünne Holzleisten voll flächig aufgeleimt.


crw_0230Damit es in der Lampe so etwas wie eine Zugentlastung gibt, wird in die Zuleitung ein Knoten gemacht. Dieser passt ja nicht durch die Aussparung für das Stromkabel, also kann man auch nicht das Kabel aus der Fassung reißen.


crw_0220Das mit Aderendhülsen versehene Stromkabel wird an die Porzellanfassung angeschlossen. Hier kann man auf dem Bild auch den Holzblock sehen auf dem die Fassung geschraubt wurde damit sie um gute 2 cm höher kommt.


crw_0222Jetzt wird alles zusammengesetzt und bevor die Bodenplatte verschraubt wird sollte unbedingt noch ein Funktionstest gemacht werden. So in etwa hatte ich mir das auch vorgestellt. Die Birne sitzt mittig im Glaskolben.


crw_0234Damit alles chic aussieht werden über die Schrauben noch Filz geklebt. Die Messingschrauben sind zwar versenkt und dürften somit keine Kratzer auf dem Untergrund verursachen, aber so blank auf den lackierten Boden stellen ist ebenfalls nicht optimal … Füße müssen also sein. Das schützt den Boden der Lampe und die Standfläche.


crw_0233Fertig – Eigentlich –  es fehlt noch die Befestigung des Glaskolbens. Die schrauben werden eingeschraubt bis noch ca 2 mm Gewinde zu sehen sind. Ich habe mir hier aus einer Hanfschnur 2 Schlaufen gemacht und dreifach zusammengelegt.

Diese werden dann über Kreuz verspannt. Jetzt ist das „Päckchen“ fertig.


crw_0224Fiat lux! – Es werde Licht!

Viel Spaß beim Nachbauen :-)


 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.