Zukunftswerkstätten

Zukunftswerkstätten sind eine sinnvolle und moderne Methode, erfahr- und erlebbare Aktivitäten sozialer oder kultureller Art unmittelbar, oder zumindest in einem überschaubaren Zeitrahmen in die Praxis umzusetzen.

Dieses Herauslösen aus dem politischen Alltagsgeschäft, sowie das Hinzuziehen ehrenamtlicher Kräfte eröffnet die hervorragende Möglichkeit, ein möglichst breites Spektrum der Gesellschaft aktiv zu beteiligen um möglichst viele Interessen und Wünsche vertreten und berücksichtigen zu können.

Eine Denkfabrik

Ein zusätzliches Instrument zur Deutung aktueller und zukünftiger Entwicklungen wäre eine Denkfabrik, oder wie es neudeutsch so schön heißt, ein „Think-Tank“.
Hier geht es darum die Veränderungen der Verhältnisse deutend zu verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären zu können. Hier geht es in erster Linie um das Herausarbeiten von Systematiken und Modellen, auf deren Basis Prognosen für die Zukunft möglich sein könnten.

Um die Entwicklung der Zukunft wirklich nachhaltig gestalten zu können – und damit ist nicht die Behandlung von Symptomen gemeint, sondern ihrer Ursachen – ist es notwendig diese zu verstehen. Daher müssen vergangene und aktuelle Veränderungen in der Gesellschaft in einem weitaus größeren zeitlichen Kontext betrachtet werden. Ein solcher prognostischer Ansatz müsste einen Zeitraum betrachten, der weit über eine Genration (=30-50 Jahre) hinaus geht.

Der Grund hierzu ist denkbar einfach, weil sich politische und gesellschaftliche Änderungen nur im Zeitraum von Generationen effektiv beeinflussen lassen. Sie müssen sorgsam vorbereitet, diskutiert und verstanden werden. Mit viel Glück können sie dann zu einem gemeinsamen Konsens und somit auch zu einer Umsetzung der Theorie in die Praxis werden.

Es darf keine Denkverbote geben

Sapere Aude … Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. (Immanuel Kant)

Man kann diesen sozialphilosophischen Ansatz zwar als reine Hirnwichserei abtun, damit würde man dem darin enthaltenen Potential jedoch nicht gerecht werden.

Lässt man sich auf ein solches Experiment ein, muss man aber auch damit rechnen, das die daraus hervorgebrachten Systematiken und Modelle und den daraus resultierenden Vorhersagen wenig schmeichelhaft und eher unangenehm sind, gerade im Hinblick auf eine zunehmende Dynamik der Veränderungen.

Die Grundlagen

– Welche Vision von Gesellschaft haben wir?
– Wie sehen wir den Menschen?
– …

Jede politische Partei hat ein Ideal von Gesellschaft und vom Menschen im Hinterkopf, die in der alltäglichen Praxis leider nur allzu oft unbewusst untergehen, da hier Sachzwänge, konkrete Handlungen und Kompromissbereitschaft mehr gefragt sind als „Träumereien“.

Daher muss eine Denkfabrik völlig unabhängig vom politische Alltagsgeschehen agieren können, um sich von ihr nicht einengen zu lassen.

Zwänge gibt es beim Denken nicht, aber es brauch Ideale, und Ziele an den man sich orientieren kann.

„Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.“ –
(George Santayana)

Ebenso gehört ein Think-Tank nicht in einen Elfenbeinturm, sondern in die Öffentlichkeit. Mein Vorschlag lautet hier immer wieder: Es braucht einen „Salon“ (wer den Begriff noch kennt) in dem man bei guten Essen und Getränken hemmungslos philosophieren und diskutieren kann.

Modellgestützte Prognosen

Wenn es gelingt aus herausgearbeiteten Modellen und Systematiken eine modellgestützte Prognose gesellschaftlicher Entwicklung zu erstellen, bleibt ausreichend Zeit um solche Veränderungsprognosen in die Alltagspolitik zu integrieren bzw. sie vorzubereiten und Einfluss auf die Entwicklung im Sinne der eigenen politischen Ziele und Ideale zu nehmen.

Als Sozialwissenschaftler vertrete ich zwar stets die These das Organisationen und Gesellschaften nicht lernfähig sind, außer sie sind im Untergang begriffen, dennoch mag ich die Hoffnung nicht aufgeben, das der Mensch an sich doch ein vernunftbegabtes Wesen ist.

Es ist der Kampf um die Hoffnung auf Vernunft. 🙂

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