img_3285Es geht doch nichts über anständiges Werkzeug! Zu dieser Kraftstrom-Bandsäge bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Eigentlich wollte ich ein Tischgerät für 220 V haben. Nun ja, das Angebot, das mir der Hersteller gemacht hat, konnte ich nicht abzulehnen. Derzeit ist die Bandsäge mit einem 16mm Feinsägeblatt ausgestattet.
Damit geht das Sägen der Gehäuseteile fast von selber. Ein schlicht geniales Gerät. :-)


img_3287Für den Bau der Pinhole-Kameras verwende ich immer 8 mm starkes Birkensperrholz.

Zu sägen gibt es folgende Teile für das Gehäuse:

2x Front-/Rückseite = 145 mm x 151 mm (L x B),
2x Seitenteile = Brennweite + 17 mm x 151 mm (L x B) und
2x Boden/Decke = Brennweite + 17 mm x 163 mm (L x B)


img_3290Auf das Maß Brennweite + 17 mm komme ich wie folgt:
12 mm = Dicke der Planfilmkassette
8 mm = Dicke der Sperrholzplatte
Das macht insgesamt eigentlich 20 mm.
Davon sind aber wiederum 1 mm für eine Unterlegscheibe und 2 mm für den Abstand von Planfilmkassette zum Film abzuziehen.
Das macht insgesamt also 17 mm.


img_3293Die Teile sind mit der Bandsäge zügig zurecht gesägt und die Passform kann man schon direkt nach dem Sägen testen.
Da es bei uns im Baumarkt 12 mm Buchen Vierkantleisten gibt, spart man sich eine Menge Arbeit, denn zufälligerweise haben auch die Planfilmkassetten eine Dicke von 12 mm.

Folgende Teile kommen also noch hinzu:

2x 151 mm Abschnitte einer 12 mm Buchen Vierkantleiste


img_3294Wie gut, das es immer noch Einmachgummis gibt, da kann man schon mal alles zusammensetzen und sich einen ersten Eindruck vom zukünftigen Ergebnis und der Passgenauigkeit seiner Zuschnitte machen. Soweit sieht schon mal alles gut aus. Das fummelige kommt aber erst noch.


img_3295Aus der Decke wird eine Aussparung für die Planfilmkassette gesägt. Diese muss seitlich bündig mit den 12 mm Buchen Vierkantleisten abschließen, jedoch zur Frontseite hin 1 mm versetzt sein, weil die Planfilmkassetten oberhalb der Feder dicker werden. Ansonsten liegt die Planfilmkassette nicht völlig plan an der Rückwand an. Von Hand eine mühsame Sache, mit der Dekupiersäge, oder einer Oberfräse geht es wesentlich einfacher. Da ich aber mit der Oberfräse auf Kriegsfuß stehe, säge ich hier lieber doch von Hand.


img_3297Wichtig: Immer wieder zu prüfen, ob auch alles noch passt, plan anliegt und wie groß das Spiel ist. Ggf. muss eben noch nachgearbeitet werden. Wenn die Lochkamera erst einmal zusammengeleimt ist, sind Korrekturen doch um einiges schwieriger.


img_3360Eine besondere Herausforderung ist die Nut für die Planfilmkassetten. Ich beginne meist mit einem V-förmigen Schnitzeisen und arbeite mit einer Vierkantfeile nach. Je nachdem wie der Faserverlauf ist, muss man quer zur Faser schneiden, was recht unschön ist und wenig Spaß macht. Dies ist eine der nervigsten Arbeiten beim Bau.


img_3364In der Vergangenheit habe ich M6 Muttern als Stativhalterung verwendet, aber der Feind des Guten ist bekannter Weise ja das Beste. So habe ich mir bei „ebay“ den Luxus einer Stativplatte aus Edelstahl mit 40mm Durchmesser von „Skink Pinhole“ gegönnt. Diese Stativplatte bietet eine Verbindung mit einem 3/8″ Zoll Direktanschluss, sowie einer 1/4″ Zoll Adapterschraube. Es passt also für alle Stative. Gebohrt wird erst mit einem 40 mm Forstnerbohrer bis die Platte plan aufliegt und anschließend wird mit einem 14 mm Holzbohrer durchgebohrt. Die Stativplatte sollte anschliessend bündig aufliegen.


img_3365Skink Pinhole -> Kamera Zubehör für DIY Eigenbau

Was soll ich sagen: Leider sind die „wichtigen“ Teile für den Selbstbau, wie z.B. die Flügelpaar Andrückplatten für Planfilmkasette leider schon seit längerem ausverkauft.

Da die Stativplatte höher als 8 mm ist, muss ein zusätzliches Stück Holz eingeleimt werden. Dies auch, damit man Schrauben nutzen kann die länger als 8 mm sind und der Stativplatte einen besseren Halt geben.


img_3384Für die genaue Ausrichtung der Kamera habe ich mir Dosenlibellen mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Höhe von 6 mm besorgt. Da die Kamera sowohl im Hoch- als auch im Querformat benutzt werden soll, braucht es also 2. davon. Die Löcher werden 2 cm vom Rand zur Rückseite hin gebohrt. Die Löcher werden so tief gebohrt, das die Dosenlibellen plan aufliegen, also 6mm :-)


img_3385Für die Lochblende benutze ich immer 2 Karosseriescheiben aus Edelstahl mit einem Durchmesser von 25 mm und einer Stärke non ca. 1 mm, zwischen denen die Messingfolie mit dem „Loch“ geklebt wird. Mit einem 25 mm Forstnerbohrer wird auf der Rückseite 2 mm tief angebohrt und anschließend mit einem 10 mm Bohrer durchgebohrt.
Ein 20 mm Senkkopf sorgt dann auf der Vorderseite für das richtige „Kamerafeeling“, dient aber eigentlich dazu nur den Einfallswinkel zu vergrößern, damit es keine Abschattungen gibt.


img_3383Die 0,05 mm starke Messingfolie wird ja zwischen 2 Karosseriescheiben geklebt, um die Möglichkeit eines Wechsels der Lochblende zu ermöglichen. Hier ist darauf zu achten, das nur so tief gebohrt wird, das die 2 Karosseriescheiben plan aufliegen. Auf der Rückseite der Frontplatte müssen noch 2 10 mm Löcher gebohrt werden, in denen eine M6 Mutter versenkt (hineingepresst und geklebt) werden. Diese dienen der Befestigung der Lochblende. Auf diesem und dem letzten Bild sind sie in der oberen Bildhälfte zu sehen.


img_3368Dann geht es endlich ans Zusammenleimen. Am Einfachsten ist es mit den Seitenteilen zu beginnen. Hier muss man darauf achten, das die Seitenteilen wirklich senkrecht auf die Bodenplatte geleimt werden, weil ansonsten die Kamera hinterher „schief“ wird und die Teile nicht mehr genau passen. Ich verwende hier einen Metallwinkel zur exakten Ausrichtung. 


img_3371Dann werden die Buchenvierkanthölzer eingeleimt und fertig ist schon mal die Aufnahme für die Planfilmkassette. Es nimmt alles langsam Form an. Je nach verwendetem Holzleim beträgt die Presszeit zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Ich verwende hier Titebond – also ist in 20 Minuten alles fest, und ich kann mich an die nächsten Teile machen. Immer schön darauf achten, das alles plan und im Lot verleimt wird.


img_3299Sind die Seitenteile und die Buchenvierkanthölzer erst einmal verleimt, kann endlich die Rückplatte eingeleimt werden. Mit Schraubzwingen wird der notwendige Druck ausgeübt und nun heißt es wieder warten, bis der Leim abgebunden hat. Gerade in diesem Stadium, und ich bin ein ungeduldiger Mensch, will man zügig voran kommen. Da fällt es schwer sich in Geduld zu üben. Die 8 mm starken Sperrholzteile bieten ausreichend Klebfläche, so dass man sich keine Sorgen machen muss, das die Kamera hinterher auseinanderfällt :-)


img_3375Zu guter Letzt wird die Boden- und Dekenplatte aufgeleimt. Die Zeit, die es zum abbinden des Leimes braucht kann man prima nutzen, um aus den Abschnitten schon mal die Verstärkungsleisten zu sägen, oder sich um den Verschluss kümmern.

Da ich ja hier nur auf Stoss leime, werden noch 10mm Leisten von innen hineingeklebt. Damit verträgt die Kamera schon heftige Stöße und man muss sich keine Sogen um die Festigkeit mehr machen.


img_3378Da aufgrund der geringen Platzverhältnisse die Frontplatte erst nach dem ersten „Schwärzen“ des Innenlebens erfolgen kann, wird ein Leistenrahmen 8 mm vom äußeren Rand in das Gehäuse geleimt. Auf diesen Rahmen wird hinterher die Frontplatte geleimt.


img_3379Hier sind die zusätzliche Leisten (10 mm) gut zu erkennen, die von innen zusätzlich eingeleimt werden.

Wenn dies alles erledigt ist, sind wir eigentlich schon fast fertig. Jetzt heißt es: „Pinsel schwingen“ und den Innenraum der Kamera mit mattschwarzem Lack lackieren. Noch kommt man mit dem Pinsel überall gut hin. Wenn der erste Anstrich getrocknet ist, wird die Frontplatte eingeleimt und dann wird auch die Frontplatte mit mattschwarzem Lack lackiert.


Alle Bilder vom Bau könnt ihr hier sehen.

Weiter geht’s dann im 2. Teil.

 

 

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