img_3459Nachdem wir im ersten Teil den „Rohbau“ der 4×5 inch Pinhole Kamera fertig gestellt haben, folgt nun der eigentlich spannende und filigrane Teil. Man könnte die Kamera auch so schon lackieren oder schlichtweg mit Anitkwachs behandeln (werde ich bei einer der nächsten Kameras vielleicht auch mal machen). Für ein richtig antik anmutendes Aussehen werden die Gehäuse hier aber erst einmal mit „Eiche Mittel“ gebeizt. Wenn das Ganze dann über Nacht getrocknet ist, kann man die Gehäuse auf den gewünschten Farbton schleifen.


crw_0034Zum Lackieren verwende ich den Yachtlack von Clou. Es ist zwar eine sprichwörtlich zähe und langwierige Angelegenheit, aber man erhält eine schöne glänzende, aber dennoch strukturierte Oberfläche, je nachdem wir viele Schichten Lack man aufträgt.  Ist der Lack erst einmal vollständig getrocknet, ist er äußerst strapazierfähig. Das besondere an diesem Lack ist, das die ersten Schichten verdünnt aufgetragen werden, was den Lack tief ins Holz einziehen lässt und somit auch für seine Festigkeit und Haftung verantwortlich ist. Ein weiterer Vorteil ist, das man sich wenig Sorgen um Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen machen muss. 


crw_0078Durch das Lackieren passen natürlich die Bohrungen nicht mehr 100%ig, weil hier und da doch etwas Lack in die Bohrungen hinein läuft. Hier muss zuerst einmal nachgearbeitet werden. Das gilt nicht nur für die Löcher der Dosenlibellen, sondern gleichermaßen auch für die Löcher für den Verschluss, und die für die Stativplatten.


crw_0086Die beiden Dosenlibellen werden nun in die dafür vorgesehenen Bohrungen eingeklebt und ihre Funktion getestet. Hierbei sollte man darauf achten, das die Dosenlibellen senkrecht in der Bohrung sitzen. Hier kann man ggf. noch mit einer Wasserwaage den korrekten Sitz überprüfen.

Wenn man hier schludert, hat man nachher seine Probleme damit die Kamera in eine waagerechte Position zu bringen. Gerade im Gelände kann dies dann eine schwierige Angelegenheit werden.


crw_0091Der Griff wird montiert, und so langsam sieht das Ganze schon mehr nach einer Kamera aus. Als Griff habe ich auch hier einen „modernen“ Möbelgriff aus dem Baumarkt verwendet. Baumärkte sind generell immer eine gute Anlaufstelle ;-)

Bei einer meiner ersten Kamera hatte ich einen zum Gehäuse passenden „antiken“ Griff verwendet. Das schöne an einem solch antiken Finish ist, das viele Menschen glauben, es würde sich wirklich um eine antike Kamera handeln :-) Das Erstaunen ist dann groß, wenn man ihnen dann erzählt, das man diese Kamera selber gebaut hat. 


crw_0080Die beiden Stativplatten werden in ihre Bohrungen eingesetzt und mit Senkkopfschrauben befestigt.

Auch wenn diese Stativplatte relativ teuer ist – Sie sieht gut aus und man kann für 3/8″ und 1/4″ Stative verwenden.


crw_0081Jetzt werden die Flügelhalterungen montiert. Diese werden so montiert, das sie im verriegelten Zustand mittig sitzen und bündig mit den Vierkantleisten abschließen.

Skink Pinhole -> Kamera Zubehör für DIY Eigenbau

Was soll ich sagen: Leider sind die „wichtigen“ Teile, wie z.B. die Flügelpaar Andrückplatten für Planfilmkassette leider ausverkauft. Ich bräuchte aber mindestens noch ein Paar, damit ich die dritte Kamera mit einer Brennweite von 150 mm fertig stellen kann.


crw_0102Die Lochblendenhalterung wird eingesetzt. Hier kommen 6 mm Flügelschrauben aus Edelstahl zum Einsatz die ich entsprechend gekürzt habe. Die Lochblendenhalterung habe ich aus einem 0,5 mm Stahlblech hergestellt. Die Lochblendenhalterung ist so konzipiert, das die Flügelschrauben nur leicht gelöst werden müssen und dann kann man die Halterung zur Seite wegschieben. Damit ist der Weg zur Lochblende frei.

Alle in der Kamera verbauten Metallteile habe ich mit mattschwarzem Ofenlack lackiert um Reflexionen innerhalb des Gehäuses so weit wie möglich zu verhindern.


crw_0112Um Reflexionen zu verhindern, wird das „Objektivloch“ mit 80’er Schleifpapier angeraut. Nun heißt es wieder „Pinsel schwingen“ und die Öffnung mit mattschwarzem Lack lackieren. Ein kleiner Haarpinsel leistet hier gute Dienste.


crw_0105Die Unterseite des Verschlusses wird mit schwarzem Filz beklebt, was nicht nur dafür sorgt das die Oberfläche der Frontplatte geschont wird. In erster Linie soll es dafür sorgen, das der Verschluss „lichtdicht“ wird. Der Verschluss wird dann mit einer M6 Edelstahlschraube am Gehäuse befestigt und so weit angezogen, das der Verschluss sich zwar leicht bewegen lässt, aber kein Spiel mehr hat. Auch hier wird eine Lock Mutter aus Edelstahl verwendet.


crw_0103Ich bin ein ungeduldiger Mensch … und so muss ich hin und wieder mal alles zusammenstecken, einen Schritt zurück gehen um mir das Werk betrachten.


crw_0117Der Verschluss soll sich automatisch schließen. Anstelle der üblichen Klappen oder Schieber setze ich hier kleine Stahlfedern ein, die den Verschluss automatisch wieder schließt und mittig auf der „Lochblende“ sitzt. Befestigt wird die Stahlfeder mit 2 Schraubösen (6 mm) aus Edelstahl.


crw_0119Eine sog. Lock Mutter sorgt dafür, das sich der Verschluss nicht lockert. Man kann IMHO nicht genug probieren, ob der Verschluss leichtgängig ist, aber kein Spiel aufweist. Ansonsten muss die Mutter nachgezogen werden.


crw_0122Hier ist der komplett montierte Verschluss zu sehen. Auf diesem Bild sind auch die „Stopper“ zu sehen, die dafür sorgen, das der Verschluss im geschlossenen Zustand mittig auf der Lochblende sitzt und auf der anderen Seite einen Stopper damit der geöffnete Verschluss arretiert werden kann. Bei der fertig montierten Kamera ist dann auch der Holzstift zur Arretierung zu sehen, der mit einem Band an der Öse an Gehäuse befestigt wird.


img_0217So, es sieht fertig aus, ist es aber leider noch nicht.


crw_0237Um die Kamera lichtdicht zu bekommen, wird die Auflagefläche der Planfilmkassette mit schwarzem Baumwollsamt beklebt. hier wird Baumwollsamt verwendet, weil er im Gegensatz zum Samt aus Synthetik nicht glänzend ist. Leider ist Baumwollsamt in schwarz schwer zu bekommen. Ich werde mir eine Alternative hierzu überlegen müssen.


crw_0239Jetzt kann man eine Planfilkassette einlegen und die Andrückplatten für die Planfilmkassette schließen. Wenn alles passt darf es hier kein Spiel geben und die Klammern sitzen so fest auf der Planfilmkassette, das man sie mit leichtem Druck auf die Planfilmkassette öffnen und schließen kann. Ggf. muss man hier ein wenig nachjustieren.


img_0215Was jetzt noch fehlt sind die passenden Lochblenden und dann muss zu guter Letzt die Kamera noch getestet werden, ob es zu ungewollten Abschattungen kommt. Es geht doch nichts über große Bildformate und 4×5 inch ist eine sehr schöne Größe, die auch noch bezahlbar ist.


Wie ich meine Lochblenden herstelle, könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen.

Alle Bilder vom Bau könnt ihr hier sehen.

Viel Spaß beim nachbauen ;-)

 

 

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