Auf dem Weg in eine eigentumslose Gesellschaft?

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Die Bundeszentrale für politische Bildung ist ein wahrer Quell an interessanten Statistiken.

Nehmen wir doch erst einmal die Vermögensverteilung:

Ein Prozent der Bevölkerung verfügt über mehr als 1/3, die oberen 10% schon über mehr als 2/3 und die oberen 30% über 91,6% des Gesamtvermögens.

Das heisst 70% der Bevölkerung teilen sich weniger als 10% des Gesamtvermögens.

Dazu kommt dann die Einkommensverteilung:

Auch hier sieht es nicht viel besser aus. Für 60% der Erwerbstätigen ist der Einkommensanteil am Gesamteinkommen von 1991 bis 2016 sogar gesunken. Einzig für die oberen 10% gibt es einen signifikanten Anstieg im Prozentbereich, ansonsten hält sich der Zuwachs bei 0-0,2% für 30% der Bevölkerung.

Dies alles trotz Mindestlohn und sinkender Arbeitslosenzahlen – Aber vielleicht wäre es ohne Mindestlohn noch schlimmer – was die Sache um keinen Deut besser macht.
Dies legt die Vermutung nahe, das primär im Niedriglohnsektor (~21% aller Arbeitnehmer) Arbeitsplätze geschaffen wurden. Auch der Tagelöhner erlebt wieder eine Renaissance. Vielleicht wird das sogar die Arbeitsform der Zukunft!

Sagen wir’s mal so: Durch die vielen Jahre GroKo haben sich die traditionellen Volksparteien selbst zerlegt, und gerade die SPD hat ihre ureigenste Klientel über die Wahrung der Machtoption („Opposition ist Mist“, um mal den Geonssen Franz Müntefering zu zitieren) vergessen, und die macht 70% der Bevölkerung aus (s.o.). Sie schafft es aber nicht mehr dieses Klientel für sich zu gewinnen.

Wirkliche Impulse sind aus der Politik nicht mehr zu erwarten, dazu ist das ein zu gut eingespieltes System (gut geschmiert … würde jetzt komische Assoziationen wecken) und auch wenn ich mal davon ausgehe, das die nächste Bundeskanzlerin Annalena Charlotte Alma Baerbock heissen wird, darf man hier die Erwartungen an die Grünen nicht zu hoch stecken.

Achtung Sarkasmus!

Sharing Economy kann das Stichwort zur Erlösung sein. Wir kaufen nicht mehr, sondern mieten uns die Dinge, die wir zum Leben brauchen. Damit belasten wir uns nicht mit Besitz, denn wir werden ja schliesslich nackt geboren und gehen nackt ins Grab. Was mal aus einem community Gedanken heraus entstanden ist – Ressourcen gemeinsam zu nutzen – hat sich zu einem attraktiven Geschäftsmodell entwickelt.

Denn wir dürfen nicht vergessen: „Sozial ist was Arbeit schafft“ … wobei der Spruch auch nicht mehr an Wahrheit gewinnt wenn man ihn auch noch so oft wiederholt.

Erwartbar ist eine Bevormundung der Bevölkerung in einem immer größeren Ausmass. Alles andere würde Kreativität erfordern. Das freie, selbstbestimmte Leben wird uns schon vorgedacht wie es zu sein hat.

Wie wäre es mal mit:

Wir wollen mehr Demokratie wagen.

Willi Brand

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